Unser Konzept


Unser Konzept basiert auf den fünf folgenden Grundprinzipien:

Selbstbestimmung

Die Selbstbestimmung der Mieter der Wohngemeinschaft hat oberste Priörität. Diese beginnt mit dem Status der Bewohner als Mieter und somit mit der freien Wahl der Serviceanbieter der Wohngemeinschaft. Besonders wichtig für unsere Bewohner ist aber die Selbstbestimmung in ihrem Alltag, was einen großen Einfluss auf deren hohe Lebensqualität hat. Der Mieter entscheidet, wer seine Mitbewohner werden, wann er aufsteht, wann er geduscht, gewaschen oder gebadet werden will, was er wann essen möchte und welche Aktivitäten er in seiner Freizeit unternehmen wird. Die Präsenzkraft hat die Aufgabe den einzelnen Menschen bei dieser selbstbestimmten Alltagsgestaltung zu begleiten und ihm dort Hilfestellung zu leisten, wo er selbst nicht mehr alleine zurechtkommt.


Lebensweltorientierung

Lebensweltorientierung bedeutet, die Alltagsvollzüge des gewohnten Lebens zum Maßstab und zur Grundlage der Tagesgestaltung zu machen. Die Mieter erleben einen vertrauten und gewohnten Alltag und gestallten diesen mit. Die Mieter beteiligen sich, so weit sie möchten und können an den notwendigen Alltagsaktivitäten, wie der Hausarbeit. So haben sie weiterhin eine sinnvolle Aufgabe und Beschäftigung, wie sie es ihr Leben lang gewöhnt waren. Darüber hinaus werden, wenn gewünscht, Aktivitäten zur Freizeitgestaltung angeboten. Durch unsere langjährige Erfahrung haben wir festgestellt, dass die Bewohner mit der Teilnahme an einem normalen Tagesablauf eine sehr hohe Zufriedenheit erlangen und Beschäftigungsangebote, wie Sitztanz, Basteln u.ä. ablehnen, da sie ihren Alltag nicht mit „künstlichen Beschäftigungen“ füllen müssen. Kulturelle Angebote hingegen, wie Ausflüge, werden sehr gerne angenommen. Darüber hinaus ermitteln wir für jeden Bewohner im Zusammenhang mit der Biographie die persönlichen Interessen und entwickeln für jeden einzelnen ein individuelles Beschäftigungsangebot.


Soziale Integration

Die Wohngemeinschaft wirkt sozialen Rückzugstendenzen entgegen. Es ist ein Rahmen geschaffen, indem soziale Kontakte neu geknüpft, gepflegt und wieder ins Leben gerufen werden können. Zum einen wird jeder Mitbewohner in der Gruppe der Wohngemeinschaft integriert und erhält gleichermaßen die Chance sich ins Gruppenleben einzubringen. „Schwächere Mitbewohner“ werden hierbei von den Präsenzkräften unterstützt. Zum anderen werden vorhandene soziale Bindungen gefördert und beibehalten. (Angehörigenarbeit, Einladungen zu Kaffeenachmittagen, etc.). Neue soziale Kontakte werden beispielsweise mit den Nachbarn, mit Vereinen oder Kirchen im Wohnquartier hergestellt (wenn gewünscht). Die Präsenzkraft sollte durch Biographiearbeit herausfinden, welche sozialen Netzwerke bestanden haben und diese (wenn gewünscht) wieder herstellen.


Vertrautheit

Vertrautheit in einer Wohngemeinschaft entsteht dadurch, dass jeder Bewohner sein Leben so weit wie möglich entsprechend seinen bisherigen Gewohnheiten fortsetzten kann. Dies beginnt beim Tagesrhythmus und endet nicht zuletzt beim Einrichten der Wohngemeinschaft mit den vertrauten Möbeln aus der eigenen Wohnung. Grenzen sollten nur durch den notwendigen Abstimmungsbedarf in der Gruppe und durch alters- und krankheitsbedingte Einschränkungen gesteckt werden.


Bezugspersonenpflege/Biographiearbeit

Der kleine und überschaubare Rahmen der Mitarbeiter in einer Wohngemeinschaft und gleichzeitig der hohe Personalschlüssel (zwei Präsenzkräfte pro Schicht plus zeitweise Pflegefachkraft für acht Bewohner) gibt die Möglichkeit eine enge, stabile Beziehung zwischen Personal und Bewohnern zu pflegen. Der einzelne Bewohner wird mit seiner Lebensgeschichte wahrgenommen und der Umgang mit ihm gezielt darauf abgestimmt. Der Bewohner hat einen wahren Ansprechpartner für seine Bedürfnisse und Wünsche.